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Letzte Woche waren die vierten Klassen auf Exkursion im KZ Memorial Mauthausen. Als Nachbereitung des Besuches der Gedenkstätte haben die Klassen 4a und 4c Texte des bekannten griechischen Aurors Iakovos Kambanellis, der als junger Mann im KZ Mauthausen inhaftiert war, gelesen. Heute haben wir in der 4a-Klasse den Geschichteunterricht in den Park verlegt und die SchülerInnen hatten die Möglichkeit, unter freiem Himmel ihren Besuch in Mauthausen zu reflektieren und ihre Gedanken aufzuschreiben. Anbei zwei Auszüge aus den dabei entstandenen Arbeiten…

Verena Neustätter

Mauthausen   von Victoria-Lola Kunz, 4a

Es ist windig und kalt, alleine das Wetter stimmt einen schon traurig. Wir stehen vor dem Steinbruch, wo die Häftlinge sich zu Tode arbeiteten. Vor dem Haupttor wurden von vielen Staaten nach dem Krieg Denkmäler errichtet, die wir ebenfalls besichtigen. Nun gehen wir hinein durch eine kleine Tür. Sie muss ursprünglich viel größer gewesen sein, denn in dem Bericht von Iakovos Kambanellis steht, dass sie massenweise ins Innere getrieben wurden. Ich war schon einmal hier, doch empfinde ich es wieder als erschreckend, wie klein diese Baracken eigentlich sind. Über 500 Menschen, Menschen wie wir, mussten dort leben. Nein, eigentlich mussten sie hier sterben. Langsam gehe ich nach unten. Ich frage mich, ob genau, wo ich stehe auch einmal ein Häftling gestanden ist. Wahrscheinlich wurden sie gestoßen und geschubst. Ich bin jetzt unten. Der Raum ist sehr niedrig. Über mir sehe ich runde Dinger, die Duschköpfe sein müssen. Nackt, dicht aneinander gedrängt, sind sie hier alle gestanden und mussten sich waschen mit eiskaltem Wasser. Ich bin froh, als es wieder nach draußen geht. Alles scheint so unwirklich. Wir gehen hier zusammen als Klasse und befinden uns auf einem Schulausflug. Doch genau hier standen die Menschen am Morgen und am Abend und wurden gezählt. Gezählt als wären sie Tiere. Jeder von ihnen trug eine Nummer, die den Namen der Person ersetzte. Die Person war vielleicht ein Familienvater, der jetzt gedemütigt wurde. Und das alles nur, weil diese Menschen in den Augen Hitlers „nicht würdig, nichts wert“ waren. (…)

Wir gehen weiter und sind jetzt im Raum der Namen. Es wäre stockdunkel hier, doch die Namen, die winzig klein geschrieben sind, erhellen den Raum. Name an Name ist hier dicht aneinander geschrieben. Ich beuge mich hinunter und lese ein paar. Ein paar Namen von den Menschen, die hier gestorben sind, nein, ermordet wurden. Es sind einfach zu viele Namen, viel zu viele. Jeder Mensch, der hier aufgelistet ist, hatte Träume und Hoffnungen und jedem von ihnen wurde alles genommen, was sie hatten. Die Führung ist zu Ende. Nein, sie kann nicht zu Ende sein. Nichts von alldem hier kann je zu Ende sein.

Luzi und Lisa-Marie, 4a

Wir finden die Exkursion und die Führung waren sehr gut gestaltet und besonders toll ist, dass wir so eine Fahrt überhaupt von der Schule aus machen. Auch wenn es zum Teil psychisch schwer zu verkraften ist, finden wir es sehr gut, dass man es nicht verschweigt, sondern darüber informiert! Besonders schön ist, dass die ermordeten Menschen verewigt wurden und somit niemand vergessen wird!