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Workshop  zu „Queer Studies“ im Rahmen der Projekttage 

Unser Projekttag stand ganz unter dem Zeichen von „queer“.

Wir bekamen zuerst eine 30minütige Mini-Vorlesung über die Begriffsgeschichte von queer und die Themenbereiche, mit denen sich die Queer Studies befassen.

Dabei erfuhren wir über das normativitätskritische und emanzipatorische Potential von queer und dass der Begriff gerade von seiner Offenheit lebt. Wir sollten ähnlich wie in einer Uni-Vorlesung mitschreiben. Das klappte überraschend gut.

In weiterer Folge befassten wir uns mit Queer Studies in den verschiedensten Disziplinen:

  1. KUNST – DeLaGraceVolcanos queere Kunst: Wir widmeten uns zuerst der Kunst, insbesondere den Bildern von DeLaGraceVolcano (z.B.: http://www.buffalonews.com/apps/pbcs.dll/article?aid=/20120914/gusto/120919520/1031), um in Gruppenarbeiten über Wahrnehmung und Bedeutung von Geschlecht zu reflektieren.
  2. FILMClouds of Sils Maria als queerer Film: Den Queer Studies geht es auch darum, Dinge zu lesen, Geschichten zu erzählen, die bisher nicht erzählt wurden. Dies erfuhren wir am Beispiel des ganz aktuellen Films Clouds of Sils Maria (2014), der in der Rezeption bisher eher auf das Thema „Älterwerden“ anspielt und weniger auf das queere Potential und das homoerotische Moment, das sich zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen (gespielt von Kristen Stewart und Juliette Binoche) abspielt.
  3. LITERATUR – „Die kleine Meerjungfrau“ queer gelesen: In einer nächsten Übung haben wir uns mit „Queer Reading“ befasst und dies an einem Märchen von Hans Christian Andersen (Die kleine Meerjungfrau) erprobt. Lange Zeit hatte man durch dieses Märchen die Homosexualität des Autors beweisen wollen. Das ist aber nicht Anliegen der Queer Studies, denn queer frage Andreas Krass zufolge nicht nach dem Begehren des Autors/der Autorin, sondern nach dem Begehren des Textes. So haben wir die Schlussszene, in der die kleine Meerjungfrau zu den Töchtern der Luft hinaufsteigt und in ihrer neuen Rolle nicht den Prinzen, sondern dessen Frau auf die Stirn küsst, als Modell der Verschwisterung gelesen und hier ein queeres Element dieses Textes gesehen.

POETRY SLAM – Queer politics: Unsere Mitschülerin, Franziska, brachte spontan ein Video in den Workshop ein, der eine Rede bei einem Poetry Slam zeigt, welches sich in amüsanter Weise – mit ernstem Inhalt – an die „straight people“ richtet. (https://www.youtube.com/watch?v=5frn8TAlew0)

WERBUNG: Am Ende des Workshops analysierten wir Werbungen, die dem Thema queer besondere Aufmerksamkeit schenken und die als positive Beispiel erwähnt werden können. Die Schmuckmarke Tiffany wirbt etwa mit zwei Männern für Verlobungsringe – http://www.stern.de/lifestyle/mode/tiffany-wirbt-mit-schwulem-paar-fuer-verlobungsringe-2165867.html?utm_source=facebook-fanpage&utm_medium=link&utm_campaign=130115-1330.

Der Kamerahersteller Nikon macht mit zwei Männern und deren Töchtern Werbung:

http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=35690

In unserem Workshop lernten wir, dass die Welt nicht homogen ist, dass wir nicht immer alles so einfach – im Sinne einer einzigen Wahrheit – erklären können. Unserer Meinung nach ist das Thema Queer wichtig und sollte auch im Unterricht angesprochen werden. Queer Studies zeigen uns, dass „komisch“ nicht so komisch ist. Sie sind ein großes und wichtiges Thema und wir finden es gut, ihm einen ganzen Tag zu widmen.

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